Änderungen bei der Anmeldung eines Kurzzeitkennzeichens ab dem 1. April 2015

Seit dem 1. April 2015 haben sich insbesondere drei praxisrelevante Änderungen ergeben. Da diese eine erhebliche Auswirkung haben, möchten wir genauer darauf eingehen.

1. Bei einer Anmeldung eines Kurzzeitkennzeichens vor dem 1. April 2015 erteilte die KFZ-Zulassungsstelle ein rosa Fahrzeugschein, in welches die Versicherungsnehmer Daten von der KFZ-Zulassungsstelle eingetragen und die Fahrzeugdaten vom Fahrzeughalter selbst nachgetragen wurden.

Fahrzeugschein für Fahrzeuge mit Kurzzeitkennzeichen - alt

Dieser rosa Fahrzeugschein existiert nun nicht mehr. Es wurde durch den Fahrzeugschein ersetzt welcher vergleichbar mit der Zulassungsbescheinigung Teil I ist.

Fahrzeugschein für Fahrzeuge mit Kurzzeitkennzeichen - neu

Der (neue) Fahrzeugschein wird ab dem 01.04.2015 vollständig von der Zulassungsbehörde ausgefüllt. Das bedeutet, dass die fahrzeugbezogenen Daten nicht mehr vom Fahrzeughalter ausgefüllt werden können. Das Kurzzeitkennzeichen wird demnach nur noch Fahrzeugbezogen ausgestellt.

2. Erst am 1. November 2012 trat die Änderung in Kraft, dass Kurzzeitkennzeichen nur bei der örtlich zuständigen Zulassungsbehörde beantragt werden können. Nun wurde diese Regelung wieder überworfen und eine neue tritt in Kraft. Ab dem 1. April 2015 dürfen Kurzzeitkennzeichen bei der örtlich zuständigen KFZ-Zulassungsstelle und bei der Zulassungsstelle, die für den Standort des Fahrzeugs zuständig ist, angemeldet werden. Um Ihr Fahrzeug am Standort des KFZ´s anmelden zu dürfen muss dieser durch einen Kaufvertrag / eine Rechnung nachgewiesen werden. Einige Zulassungsbehörden akzeptieren es auch, wenn Sie den Standort des Fahrzeugs mittels der Anschrift des vormaligen Fahrzeughalters in den Fahrzeugpapieren nachweisen können.

Diese Änderung bringt einen Vorteil mit sich. Es ist z. B. nicht mehr notwendig ein Kurzzeitkennzeichen am Wohnsitzort anzumelden um sich in einem fremden Bezirk ein Fahrzeug anzuschauen und Probe zu fahren. Das Ärgernis sich ein gelbes Kennzeichen gekauft zu haben um ein zu Fahrzeug zu überführen aber aus unerwarteten Gründen vom Kauf des Fahrzeugs zurücktreten zu müssen und somit die Kurzzeitkennzeichen „umsonst“ erworben zu haben, ist nun nicht mehr nötig.

3. Grundsätzlich dürfen Kurzzeitkennzeichen nur noch für Fahrzeuge ausgestellt werden, die eine gültige Hauptuntersuchung nachweisen können. Verfügt das KFZ über keine gültige Hauptuntersuchung ist es dennoch möglich die 5 Tages Kennzeichen zu erhalten. Allerdings wird in diesem Fall ein Vermerk in den Fahrzeugschein aufgenommen, dass nur die Fahrt bis zu einer Prüforganisation im Zulassungsbezirk gestattet ist. Wird die Hauptuntersuchung erfolgreich durchgeführt ist die Weiterfahrt mit den Kurzzeitkennzeichen erlaubt. Werden bei der Hauptuntersuchung Mängel festgestellt, ist eine Fahrt zur nächstgelegenen Werkstatt im Zulassungsbezirk möglich. Wird das Fahrzeug als unsicher eingestuft, darf es mit den Kurzzeitkennzeichen nicht weitergefahren werden.

Grund für die Änderungen ist laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur der Anstieg des Missbrauchs von Kurzzeitkennzeichen. Da bislang die Fahrzeugdaten von den Fahrzeughaltern selbst eingetragen wurden, konnten die Fahrzeuge in keinem Fahrzeugregister gespeichert werden. Somit ist es den Behörden nicht möglich gewesen gegen evtl. Fahrzeugverschiebungen vorzugehen. Wurden die Kurzzeitkennzeichen weiterverkauft konnte der jeweilige Halter nicht mittels des Registereintrags ermittelt werden. Ein weiterer Grund ist, dass verkehrsunsichere Fahrzeuge im Verkehr sind und deren jeweilige Halter im Falle eines Unfalls nicht ermittelt werden können.

So melden Sie ein Kurzzeitkennzeichen ab dem 1. April 2015 bei der KFZ-Zulassungsstelle richtig an

Bitte wenden Sie sich bei der Anmeldung eines Kurzzeitkennzeichens an die Zulassungsbehörde Ihres Hauptwohnsitzes oder an die des Standortes Ihres anzumeldenden Fahrzeugs. Bei einer Firmenanmeldung eines Kurzzeitkennzeichens kann die Zulassungsbehörde am Sitz der Betriebsstätte aufgesucht werden.

Als Ausländer ohne Wohnsitz in Deutschland können Sie ihr Kurzzeitkennzeichen weiterhin an jeder Zulassungsbehörde in Deutschland anmelden. Sie müssen die Anmeldung jedoch persönlich durchführen und dürfen keinen Bevollmächtigten beauftragen. Kann aus ihrem Pass die Anschrift nicht entnommen werden, muss eine aktuelle Meldebescheinigung des ausländischen Wohnorts oder des Konsulats beigelegt werden. Unter Umständen müssen der Pass und die Meldebescheinigung in einer amtlich anerkannten Übersetzung vorgelegt werden.

Folgende Unterlagen müssen bei der Anmeldung vorliegen:

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass samt aktueller Meldebescheinigung (Original)
  • Versicherungsbestätigungsnummer (eVB-Nummer)
  • Schriftliche Vollmacht und Personalausweis des Bevollmächtigten sowie des Fahrzeughalters wenn die Anmeldung nicht persönlich erfolgt
  • Firmen: Gewerbeanmeldung bzw. Handelsregisterauszug
  • Ab dem 1. April 2015 zusätzlich
    • Fahrzeugpapiere (Zulassungsbescheinigung Teil I oder Teil II oder COC-Papier im Original)
    • Hauptuntersuchungsbescheinigung (Original)

(Bei Neufahrzeugen oder Fahrzeugen aus dem Ausland kann ein Nachweis über die Betriebserlaubnis angefordert werden, wenn in den Papieren kein Hinweis zur Betriebserlaubnis vermerkt ist)

Weiterer Verlauf bei der Zulassung eines Kurzzeitkennzeichens

Sind alle notwendigen Unterlagen vorgelegt und nicht zu beanstanden, wird die Zulassungsstelle den Fahrzeugschein unter anderem mit der Kennzeichennummer und Gültigkeitsdauer ausstellen. Dieses muss bei den Schildermachern vorgezeigt werden um das Kurzzeitkennzeichen prägen zu lassen. Ist auch dies erledigt folgt der letzte Gang zur Zulassungsstelle um das Stadtsiegel/Landkreissiegel zu erhalten.

Anfallende Kosten bei der Anmeldung
Bei der Anmeldung eines Kurzzeitkennzeichens fallen die Anmeldegebühren in Höhe von ca. 10,00 € bis 13,10 € an. Diese müssen vor Ort entrichtet werden. Des Weiteren fallen Kosten für die Prägung der Kurzzeitkennzeichen an. Die Kosten der Prägung belaufen sich auf ca. 10 € bis 30 € pro Platinen-Paar. Erfahrungsgemäß ist die Prägung in unmittelbarer Nähe der Zulassungsstelle teurer als die Prägung in einer etwas weiteren Entfernung.

Abmeldung eines Kurzzeitkennzeichens
Eine Abmeldung des Kurzzeitkennzeichens ist nicht notwendig. Es ist weder ein Gang zur Zulassungsbehörde noch eine Kündigung der Kurzzeitkennzeichen Versicherung nötig. Die Gültigkeit des 5 Tage Kennzeichens ist in den gelben rechten Rand geprägt. Sobald dieses Datum überschritten ist, verliert das Kennzeichen seine Gültigkeit und seinen Versicherungsschutz. Das Kennzeichen kann im eigenen Hausmüll entsorgt werden.

Zusatzinformationen bei der Anmeldung eines Kurzzeitkennzeichens

Bitte beachten Sie, dass die Zulassungsbehörden teilweise voneinander abweichende Anforderungen stellen. Somit legen einige Zulassungsbehörden wert darauf, dass z.B. die Hauptuntersuchungsbescheinigung im Original vorgelegt wird während andere auch eine Kopie akzeptieren. Wir empfehlen Ihnen daher im Voraus die zuständige Zulassungsbehörde zu kontaktieren und die angeforderten Dokumente zu erfragen oder sich auf der Homepage der jeweiligen Zulassungsbehörde zu informieren.

Hier können Sie sich die Vollmacht herunterladen, ausfüllen und bei der Zulassungsstelle einreichen. Bitte beachten Sie, dass dies ein Service von uns an unsere Kunden ist. Dies ist keine offizielle Mustervollmacht.



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