Grundlagen/Regelungen/Erfahrungswerte

Kurzzeitkennzeichen sind gültig für:

  • Probefahrten: § 2 Ziffer 23 FZV dienen zur Feststellung der Gebrauchsfähigkeit des Fahrzeugs.
  • Prüfungsfahrten: § 2 Ziffer 24 FZV sind Fahrten mit Fahrzeugen die zur Prüfung durch amtlich anerkannte Sachverständige oder Prüfer durchgeführt werden.
  • Überfahrungsfahrten: § 2 Ziffer 25 FZV dienen dem Transport des Fahrzeugs an einen anderen Ort

Aktuelle Änderungen

Änderung seit 01.04.2015: Kurzzeitkennzeichen dürfen erneut an allen deutschen Zulassungsstelle angemeldet werden.

Bußgeld-Änderungen: Die Verwendung eines Kurzzeitkennzeichens für Fahrten, die nicht den Probe-Prüf- oder Überführungsfahrten dienen, werden mit einem Bußgeld in Höhe von 25 € geahndet und führen evtl. zum Verlust des Versicherungsschutzes.

Nutzt eine andere Person das Kurzzeitkennzeichen an einem anderen Fahrzeug als an dem gemeldeten, droht ein Bußgeld in Höhe von 50 €.

Komplikationen im Ausland: Den Kundenberichten zufolge wird bei Fahrten mit deutschen Kurzzeitkennzeichen in den folgend genannten Ländern das Fahrzeug beschlagnahmt und /oder eine Geldstrafe vom jeweiligen Land erhoben.

  • Niederlande
  • Tschechien
  • Ungarn
  • Italien

Unsere Empfehlung: Informieren Sie sich vor Reiseantritt über das geltende Recht bzgl. der deutschen Kurzzeitkennzeichen in Ihrem Reisezielland. Sollte Ihr Reisezielland die deutschen Kurzzeitkennzeichen ablehnen, beantragen Sie das Ausfuhrkennzeichen. Dieses ist international anerkannt.

Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV)

Abschnitt 3 - Zeitweilige Teilnahme am Straßenverkehr

§ 16 Prüfungsfahrten, Probefahrten, Überführungsfahrten

(1) Fahrzeuge dürfen, wenn sie nicht zugelassen sind, auch ohne eine EG-Typgenehmigung, nationale Typgenehmigung oder Einzelgenehmigung, zu Prüfungs-, Probe- oder Überführungsfahrten in Betrieb gesetzt werden, wenn sie ein Kurzzeitkennzeichen oder ein Kennzeichen mit roter Beschriftung auf weißem rot gerandetem Grund (rotes Kennzeichen) führen. § 31 Abs. 2 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung bleibt unberührt.

(2) Auf Antrag hat eine Zulassungsbehörde bei Bedarf für Zwecke nach Absatz 1 ein Kurzzeitkennzeichen zuzuteilen und einen Fahrzeugschein für Fahrzeuge mit Kurzzeitkennzeichen nach dem Muster in Anlage 9 auszugeben. Der Empfänger hat die geforderten Angaben zum Fahrzeug vor Antritt der ersten Fahrt vollständig und in dauerhafter Schrift in den Fahrzeugschein einzutragen. Der Fahrzeugschein ist bei jeder Fahrt mitzuführen und zuständigen Personen auf Verlangen zur Prüfung auszuhändigen. Das Kurzzeitkennzeichen besteht aus einem Unterscheidungszeichen und einer Erkennungsnummer jeweils nach § 8 Abs. 1, jedoch besteht die Erkennungsnummer nur aus Ziffern und beginnt mit "03" oder "04". Das Kurzzeitkennzeichen enthält außerdem ein Ablaufdatum, das längstens auf fünf Tage ab der Zuteilung zu bemessen ist. Das Kurzzeitkennzeichen darf nur an einem Fahrzeug verwendet werden. Nach Ablauf der Gültigkeit des Kurzzeitkennzeichens darf ein Fahrzeug auf öffentlichen Straßen nicht mehr in Betrieb gesetzt werden. Der Halter darf im Falle des Satzes 7 die Inbetriebnahme eines Fahrzeugs nicht anordnen oder zulassen.

(3) Rote Kennzeichen und besondere Fahrzeugscheinhefte für Fahrzeuge mit roten Kennzeichen nach Anlage 10 können durch die örtlich zuständige Zulassungsbehörde zuverlässigen Kraftfahrzeugherstellern, Kraftfahrzeugteileherstellern, Kraftfahrzeugwerkstätten und Kraftfahrzeughändlern befristet oder widerruflich zur wiederkehrenden betrieblichen Verwendung, auch an unterschiedlichen Fahrzeugen, zugeteilt werden. Ein rotes Kennzeichen besteht aus einem Unterscheidungszeichen und einer Erkennungsnummer jeweils nach § 8 Abs. 1, jedoch besteht die Erkennungsnummer nur aus Ziffern und beginnt mit "06". Für jedes Fahrzeug ist eine gesonderte Seite des Fahrzeugscheinheftes zu dessen Beschreibung zu verwenden; die Angaben zum Fahrzeug sind vollständig und in dauerhafter Schrift vor Antritt der ersten Fahrt einzutragen. Das Fahrzeugscheinheft ist bei jeder Fahrt mitzuführen und zuständigen Personen auf Verlangen auszuhändigen. Über jede Prüfungs-, Probe- oder Überführungsfahrt sind fortlaufende Aufzeichnungen zu führen, aus denen das verwendete Kennzeichen, das Datum der Fahrt, deren Beginn und Ende, der Fahrzeugführer mit dessen Anschrift, die Fahrzeugklasse und der Hersteller des Fahrzeugs, die Fahrzeug-Identifizierungsnummer und die Fahrtstrecke ersichtlich sind. Die Aufzeichnungen sind ein Jahr lang aufzubewahren; sie sind zuständigen Personen auf Verlangen jederzeit zur Prüfung auszuhändigen. Nach Ablauf der Frist, für die das Kennzeichen zugeteilt worden ist, ist das Kennzeichen mit dem dazugehörigen Fahrzeugscheinheft der Zulassungsbehörde unverzüglich zurückzugeben.

(4) Mit dem Antrag auf Zuteilung eines Kurzzeitkennzeichens oder eines roten Kennzeichens sind vom Antragsteller zum Zwecke der Speicherung in den Fahrzeugregistern die in § 6 Abs. 1 Satz 2 bezeichneten Halterdaten und die in § 6 Abs. 4 Nr. 4 bezeichneten Daten zur Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung sowie bei Kurzzeitkennzeichen zusätzlich das Ende des Versicherungsschutzes mitzuteilen und auf Verlangen nachzuweisen.

(5) Kurzzeitkennzeichen und rote Kennzeichen sind nach § 10 in Verbindung mit Anlage 4 Abschnitt 1, 6 und 7 auszugestalten und anzubringen. Sie brauchen jedoch nicht fest angebracht zu sein. Fahrzeuge mit Kurzzeitkennzeichen und roten Kennzeichen dürfen im Übrigen nur nach Maßgabe des § 10 Abs. 12 Satz 1 in Betrieb genommen werden. Der Halter darf die Inbetriebnahme eines Fahrzeugs nicht anordnen oder zulassen, wenn die Voraussetzungen nach Satz 1 und 3 nicht vorliegen.

(6) Die §§ 29, 47a und 57b der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung finden keine Anwendung.

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

Der GDV ist zuständig für Systeme zwischen Versicherungsgesellschaften und Zulassungsbehörden. In diesem System wird die Kurzzeitkennzeichen Versicherung aller Fahrzeuge, bis auf Mopeds, Roller und Kleinkrafträder, registriert.

Notwendige Dokumente zur Anmeldung der Kurzzeitkennzeichen bei der Zulassungsbehörde

  • Die von uns erteilte eVB-Nummer
  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass des Versicherungsnehmers (die Anmeldung eines Kurzzeitkennzeichens ist nur persönlich und nicht über Dritte möglich)
  • Gültiger TÜV
  • Fahrzeugpapiere

Kann die Gültigkeit verlängern werden?

Ein Kurzzeitkennzeichen ist ausschließlich 5 Tage gültig. Besteht die Notwendigkeit einer Verlängerung der Gültigkeitsdauer, kann dies nur durch einen erneuten Erwerb einer eVB-Nummer und eines neuen Kurzzeitkennzeichens realisiert werden.